Stay Rebel Pics 2011

Am 28. 05. 2011 findet erneut das Stay Rebel Festival im Park der Opfer des Faschismus statt.
Beginn ist ca. 14°° Uhr.

Das Motto dieses Jahr – Aufstand im Schlaraffenland. Aber was ist damit gemeint?
Eigentlich geht es doch allen gut. Ihr geht zur Schule, zur Arbeit, an die
Uni oder faulenzt einfach. Zu beklagen haben fast alle etwas. So schlimm,
dass gehandelt werden muss, ist es ja dann doch nicht. Wir wollen mit dem
Festival die Frage stellen: Wie gut geht es uns? Wann ist es nötig zu
streiten? Und zu sagen: Jetzt ist Schluss! Es muss sich was ändern!
Nehmen wir z.B. Rassist_innen. Sie diskriminieren Menschen aufgrund ihr
Herkunft, Äußeren, … Dann passiert es oft, dass Menschen sagen, dass
es nicht so schlimm sei. Oder: Es ist halt so. Somit werden Probleme
weggeredet, statt diese offen anzusprechen und nach einer Lösung zu
suchen. Viele bauen sich ihr eigenes Schlaraffenland, in dem alles in
Ordnung ist.

Identität = Zwang?

Wir wollen die Frage stellen, ob eine Subkultur zufrieden macht?
Hinterfragen sich Menschen nicht mehr, ob der eine Spruch oder das andere
Handeln das vermeintlich Richtige war? Vielen Leuten ist es wichtig zu
einer kulturellen Szene zu gehören. Scheinbar geht es nur darum, in
welchem Club der nächste Samstagabend verbracht wird. Welche Musik im
Player läuft. Welche Klamotten gerade getragen werden oder ob die eigene
Friseur Grade zur Clique passt.
Aber wie viel Freiheit steckt in der Freizeit? Den wenigsten Leuten ist es
wirklich egal, ob sie hipp sind. Ist es nicht bereits Zwang, aufgrund des
Äußeren in eine Schublade gesteckt zur werden?

Subkultur und Vermarktung

Ganz so harmlos, spielerisch und spontan scheint die Angelegenheit also
nicht zu sein. Presse und andere Medien stürzen sich auf neue Phänomene
in der Jugendkultur. Es scheint fast so, als bestehe ein Zwang zur
permanenten Erneuerung. Kaum gab es Menschen mit langen schwarzgefärbten
Haaren, wurde aus der Musikrichtung Emo eine ganze Stylegruppe. So werden
immer wieder neue Märkte erschlossen. Die Hoffnung vieler Aktivist_innen
in ihrer Szene ihr Ding zu machen, wird so immer wieder auf das Neue
enttäuscht. Die Kluft zwischen „echt“ und „kommerziell“ wird
immer wieder aufgemacht. Sie kennzeichnet aber nur die Oberfläche des
Problems. In einer Gesellschaft, in der Menschen für Lohn arbeiten gehen
müssen, kann es keine wirkliche Freiheit geben. Sie kann auch nicht in
einer Subkultur selber verwirklicht werden.
Statt dem Ideal von Rebellion machen sich vielerorts menschenverachtende
Ideologien breit, weil der Traum von Freiheit in der Subkultur für die
meisten schon ausgeträumt ist. Dabei gilt es doch, am Glücksversprechen
des Schlaraffenlandes festzuhalten, oder?
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Workshopprogramm:

15:00 „Die Festung Europa“ – Asyl und Rassismus

Rassistische Ressentiments sind in den hiesigen Diskussionen über
Flüchtlinge stark vertreten. Nicht nur dass mit der aktuellen deutschen
Asylgesetzgebung Menschen in nützliche und unnützliche Menschen
aufgeteilt werden, auch scheinen Migrant_innen meist Menschen zweiter
Klasse zu sein. Vertreter_innen der Netzwerk für Demokratie und Courage
informieren euch über die Lage von Flüchtlingen in Deutschland und über
rassistischen Einstellungen, die dabei zu Tage treten.

17:00 Mein Haus, Meine Straße, Meine Subkultur

Diskussion zur Entwicklung der Chemnitzer Häuserszene

Politik, Kultur, Wohnen – drei schwer zu vereinigende Dinge.
Vertreter_innen der Reitbahnstraße 84, des experimentellen Karrees (ExKa)
und dem neu entstandenen Projekt an der Leipzigerstraße stellen sich der
Diskussion über das Alltagsleben und die daran entstehenden Widersprüche
von (ihren) Wohn- und Kulturprojekten.

15:00 „Ewig stampft die Popmaschine“

Kritik an Kommerz und Geschmacklosigkeit der Kulturindustrie ist selbst
zur Sparte dieser Industrie geworden. Was bei diesen Abgrenzungsversuchen
auf der Strecke bleibt, ist die Frage nach den Grundlagen des
„Immergleichen“, über das gejammert wird. Auch Verheißungen von
Subversion und DIY verstricken sich in Widersprüche. Das Referat
behandelt die Bedeutung der im Text „Kulturindustrie – Aufklärung als
Massenbetrug“ (Adorno/Horkheimer) entfalteten radikalen Argumentation
für eine Kritik der Gesellschaft und möchte zum Selbstlesen einladen.

17:00 „Schwule Rapper, es wird Zeit, dass wir Tacheles sprechen…“
Männlichkeitsentwürfe und (Hetero-)Sexismus im deutschsprachigen Rap

Die Raperin Sookee gibt einen Einblick in die Entstehung, Potentiale und
problematischen Aspekte von Rap. Mit Hilfe von Theorien zur Konstruktion
von Geschlecht und aus der kritischen Männerforschung wird der
Zusammenhang von Männlichkeitsentwürfen und (hetero-)sexistischen
Vorstellungen im deutschsprachigen Rap thematisiert. Besonderes Augenmerk
wird auf die sprachlichen Mechanismen und die Verquickung von Gewalt und
Sexualisierung unter dem Aspekt der Mehrdeutigkeit geworfen.

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Lineup Hauptbühne:

Zann (Hardcore)
Sookee,Tapete und Crying Wölf (HipHop/Rap)
Sputnik Booster (Elektro)
Lick Quarters (Ska/Reagge)
Murder she said (Hardcore/Punk)
Dolphins are Gray Sharks (Trancecore/Metalcore)

Lineup Kleinkunstbühne:

Gantenbein (Liedermacher)
Seize the Day (Folk,Blues)
Delsol Soundsystem (argentinischer Rap)

DJ-Ecke (Drum and Bass/Dubstep):

nano42, mary jane42, repulse, piet42, gendai
shaolin42, dnb trebor
stewka

Außerdem:

Infostände von verschiedenen Chemnitzer Vereinen/Organisationn/Gruppen
veganes und vegetarisches Essen
Siebdruck
Artist_innen- und Jonglierecke
Kinderbetreuung
Feuershow


Nach wie vor gilt die Devise fuck off Racits, Fascists & Antisemites.

Personen, die dem entsprechenden Kreis zuzuordnen sind, haben also keinen Anspruch auf die Veranstaltung!

Quelle: http://stayrebel.yolasite.com/
mehr Infos und Anfragen:
communication6@riseup.net

Stay Rebel Festivalfotos von 2007-2010